DIE LEIDIGEN ZÖLLE

Kürzlich hat sich schon wieder ein Experte, der seit langem im englischsprachigen Ausland lebt, versprochen und von Tarifen geredet, obwohl er Zölle meinte. Typischer falscher Freund, weil er das englische „tariffs“ im Hinterkopf hatte.

Andererseits wissen alle Dolmetscher:innen, die regelmäßig für Betriebsräte und Gewerkschaften arbeiten, dass man auf keinen Fall „tariff“ verwenden darf, wenn es um Tarife im Sinne von kollektiven Lohnvereinbarungen geht, weil das im englischen Sprachraum nicht verstanden werden würde.

Wie kommt es, dass dieses Wort sich so unterschiedlich entwickelt hat? Der Begriff „tariffs“ stammt ursprünglich aus dem Arabischen. Von dort gelangte das Wort als „tariffa“ zuerst ins Italienische, von wo es dann fast alle europäischen Sprachen zu erobern – wenn auch in unterschiedlichen Bedeutungen.

Das Wort Zoll kommt dagegen aus dem Griechischen, wo Teloneum ein Zollhaus bezeichnete. Als „toll“ hat es dann Eingang ins Englische gefunden, allerdings mit einer leicht geänderten Bedeutung. Und ist über das Englische wieder nach Deutschland gekommen in Form der – meiner Meinung nach etwas unglücklichen – Firmenbezeichnung „Toll Collect“ für die Stelle, die die LKW-Maut in Deutschland eintreibt.

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